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Das Gehirn wird hier mit einem großen, modernen Rechenzentrum verglichen. Abteilung | Speicher | Dateneingang | Ultrakurz-zeitgedächtnis | Daten aufbereitung | Kurzzeit- gedächtnis | Zentrale Datenbank | Langzeit- gedächtnis |
Ultrakurzzeitgedächtnis Das Ultrakurzzeitgedächtnis hat die Aufgabe, Sinneseindrücke, die uns über unsere Umgebung auf dem Laufenden halten, schnell aufzunehmen und schnell wieder zu vergessen. Um uns vor überflüssigen Umweltreizen zu schützen, werden die 10 Millionen empfangenen Informationen pro Sekunde, soweit sie unwichtig sind, innerhalb von Sekundenbruchteilen wieder gelöscht. Eine Vokabel, die gelernt werden soll, schwirrt ungefähr 10 bis 20 Sekunden als schwacher Ionenstrom im Ultrakurzzeitgedächtnis. Danach geht sie verloren, außer wenn ihr zuvor genügend Energie in Form von Aufmerksamkeit und Konzentration gewidmet worden ist.
Folgerungen für das Sprachenlernen Die Wege zum Gedächtnis sind unsere fünf Sinne. Beim Sprachenlernen sind dies in erster Linie Auge und Ohr. Je größer die Anzahl der Kanäle, desto leichter und schneller wird ein Satz verarbeitet. Der Schlüssel ist also das Mehrkanalige Lernen. Beispiel: Lernen einer Vokabel: Lesen Sie mit den Augen, sprechen, hören, handeln Sie dabei – und wenn das am Schreibtisch nicht möglich ist, tun Sie es in Ihrer Vorstellung, am besten in Verbindung mit vertrauten Assoziationen und positiver Gefühle. Verstärken Sie den Eindruck, indem Sie den Schriftzug wie eine rote Neonreklame aufblinken lassen. Subvokale Blitzwiederholungen innerhalb der ersten Sekunden nach der Begegnung mit z.B. einer Vokabel erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Vokabel ins Gedächtnis wandert. Subvokal deshalb, weil die Wiederholung lautlos in Gedanken erfolgt.
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Datenaufbereitung im Kurzzeitgedächtnis Die zu lernende Vokabel ist in die nächste Abteilung gelangt. Damit sie hier nicht gleich wieder rausfliegt, muss sie beliebte oder vertraute Merkmale aufweisen (fünf Sinne). Nur so weiß das Gehirn, wo es das Wort ablegen muss.
Folgerungen für das Sprachenlernen Will man eine Sprache fließend sprechen, muss ein Wort ohne langes Nachdenken wie aus der Pistole geschossen kommen. Dafür ist die Datenaufbereitung verantwortlich. Wichtig ist, dass ein Wort in eine Schublade/Ordner/Verzeichnis/Kategorie reingelernt wird. Das bedeutet, dass die Vokabel nicht nur gelernt, sondern auch strukturiert und gruppiert werden muss. Es muss sowohl Suchpfad als auch Aufspringmechanismus mitgelernt werden. Der Suchpfad sagt uns, wie und wo ein Wort abgelegt wurde. Der Abrufmechanismus ist der Auslöser, den wir nur antippen brauchen, und schon ist die Redewendung da. Zu beachten ist, dass das Kurzzeitgedächtnis eine Kapazität von etwa sieben (plus/minus 3) Sinneinheiten hat ( sogenannte „chunks“, siehe Metzig/Schuster, 1982). Dabei macht das Kurzzeitgedächtnis keinen Unterschied, ob es sich um Silben oder eine Satz handelt. Wir lernen ökonomischer, wenn wir statt einzelner Wörter ganze Sinneinheiten lernen. Eine Sinneinheit darf aber nicht mehr als 1,5 Sekunden in Anspruch nehmen. Es ist, als ob im Kurzzeitgedächtnis das verblassende Nachleuten eines Bildes vor seinem Erlöschen auf ein Negativ gebannt wird. Vergisst man das Negativ zu fixieren, wird das Bild unwiederbringlich gelöscht. Die gelernte Vokabel muss also innerhalb von 20 Minuten in das Langzeitgedächtnis gelangen.
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Die zentrale Datenbank: Das Langzeitgedächtnis Das Langzeitgedächtnis könnte man als Hauptspeicher, als den zentralen Computer, bezeichnen. Die Kapazität ist so groß, dass sie nie ganz genutzt werden kann. Kann Wissen z. B. Wortschatz nicht aufgefunden werden, liegt es entweder daran, dass die Suchpfade ungenau sind oder Wissen vom aktiven Speicher in den passiven Speicher gerutscht ist. Auf diese Weise wird das aktive Langzeitgedächtnis von Ballast befreit. Das Wissen wird auf die wesentlichen Bestandteile verkürzt. Es steht jetzt nicht mehr abrufbereit zur Verfügung, aber wir werden es bei erneutem Kontakt wiedererkennen.
Folgerungen für das Sprachenlernen Je mehr Suchpfade untereinander bestehen, umso besser beherrschen wir eine Sprache. Der Wortschatz muss angewendet oder in regelmäßigen Abständen wiederholt werden. Die Wiederholungen des Wortschatzes dürfen nicht nach demselben Schema erfolgen.
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