Nordspanien - Entlang des Jakobsweges

 
 

Seit dem Mittelalter zieht es Pilger aus ganz Europa und mittlerweile auch aus aller Welt durch den Norden Spaniens. Sie queren das weite Festland durch die Höhen der Pyrenäen, die kargen Weiten der Meseta, sie überwinden die Ausläufer der Cordillera Cantabrica um schließlich nach beschwerlicher Reise in Santiago de Compostela anzukommen - wenn sie ankommen.

Die Höhepunkte der Pilgerreise sind gewiss die Städte Pamplona, Burgos, Leon und natürlich Santiago. Nicht nur religiös motivierte Reisende kommen hier auf ihre Kosten, vor allem kunst- und kulturinteressierte werden sich an den prachtvollen Kathedralen und Herrschaftshäusern erfreuen.

Pamplona, baskisch Iruña oder Iruñea, am Fuße der Pyrenäen gelegen steht alljährlich zwischen dem 6. und 14. Juli Kopf. Spanien feiert sein größtes und buntestes Volksfest, die Sanfermines. Acht Tage wird gefeiert, getrunken, getanzt und natürlich im Stierkampf mitgefiebert. Kein Wunder, dass auch Ernest Hemmingway von den Sanfermines ganz begeistert war und der Faszination des rauschenden Festes erlag. In seiner Erzählung "Fiesta" hat er Pamplona ein Denkmal gesetzt.

 

Burgos hat zweifellos eines der schönsten und monumentalsten Gotteshäuser Spaniens - und auch wenn ein "echter Jakobspilger" dies wahrscheinlich bestreiten wird - auch die eindrucksvollste Kathedrale. Das Meisterwerk gotischer Baukunst ist von der UNESCO zum Kulturerbe der Menschheit erklärt worden. Die Kathedrale von Burgos ist die letzte Ruhestätte des berühmten spanischen Ritters und Nationalhelden El Cid. Aber vor allem auch abseits des Jakobsweges erstreckt sich in der Provinz ein schier unglaublicher Reichtum an Bauwerken: über 50 Klöster, und etwa 1500 Kirchen, Kapellen und Einsiedeleien zeugen vom wirtschaftlichen Reichtum der Region.

Der alte Königssitz Leon ist eine quirlig-gemütliche Stadt, bestückt mit vielen Sehenswürdigkeiten. Allen voran die gotische Kathedrale mit den bunten Kirchenfenstern, die das gesamte Kirchenschiff in eine wundervolle Atmosphäre tauchen. Im verwinkelten Altstadtbezirk kommt da Vergnügen keineswegs zu kurz. Auf den Gassen und in den zahlreichen Bars kann dem vergnüglichen Schlemmen von Wein, Käse und den bekannten Tapas im spanischen Flair den Tag gemütlich ausklingen lassen.

 

Falls Sie Ihre Spanischkenntnisse vor Reiseantritt auffrischen möchten, suchen wir für Sie gerne die passende Sprachschule (0711/45 10 17-370). In Santiago gibt es auch eine.

Buchtipp:
Ulrich Wegner: Der Jakobsweg. Auf der Route der Sehnsucht nach Santiago de Compostela. S. 264. 29,90 Euro. Herder Verlag.
Das Buch ist eine beeindruckende Synthese aus kulturhistorischen Fakten, kulinarischen Höhepunkten, ausführlichen Wegbeschreibungen und vor allem außergewöhnlichen Hintergrundinformationen. Der Weg nach Santiago der frühen Pilger, ihre Geschichten und legenden verschmelzen mit der Entdeckung des Jakobsweges von heute: dem internationalen und generationsübergreifenden Begegnungsort. Rundum zu empfehlen für alle, die sich auf den Weg machen wollen, sich einfach informieren und mehr über die Kultur, Geschichte und Natur Nordspaniens wissen möchten.

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