Diese Einsamkeit, die geradezu zum Schweigen verleitet. Schriftsteller wie Gavino Ledda und Grazia Deledda beschreiben diese eigentümliche Stille und Sprachlosigkeit Sardiniens. Sie begreifen die Einsamkeit und das Schweigen der Sarden als deren wahre Freiheit. Gewiß sind dies ungewöhnliche Gedanken zur bizarren Landschaft sowie der Eigentümlichkeit seiner Bewohner und gerade hierin liegt der Reiz der Insel. Auffallend sind die krassen Gegensätze, die das Bild der Insel heute noch prägen. Traditionelle Feste, Kleidung und Bräuche sind tief in den Alltag der Sarden verwurzelt. Armut und ein bescheidener Reichtum aus der Schafzucht oder Ackerbau, kleine Steinhäuser und die Vendetta, die Blutrache, die heute noch praktiziert werden soll. Und daneben die wirklich prachtvollen Strände mit azurblauem bis smaragdgrünem Meer, moderne Feriendörfer mit einem breiten Angebot an Freizeitaktivitäten und zahlreiche Touristen in den Sommermonaten aus Italien und Europa. Sardinien ist die bizarre und geheimnisvolle Perle unter der Mittelmeerinseln.

Literaturtip:
Gavino Ledda: Padre Padrone – mein Vater, mein Herr. Leddas Kindheitserinnerungen an das karge Leben in den sardischen Bergen sind ein Blick zurück in Bitterkeit und Trauer. Es ist eine Welt der Prügel Furcht und Einsamkeit aus der er sich befreit. Nach Abschluß seines Studiums kehrt er vom italienischen Festland in seine Heimat zurück, um an der Universität von Sassari LinguistiK zu unterrichten. Ein sehr beeindruckender autobiographischer Roman, bei dem man sich immer wieder vor Augen halten muß, daß er nicht in einem weit entfernten Land oder in einer lang zurückliegenden Zeit spielt. Das Buch wurde 1977 verfilmt und mit der Goldenen Palme prämiert.

 

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