Nachteile des Vokabelheftes

Die Abdeckmethode, sog. Paarassoziationsverfahren, im zweispaltigen Vokabelheft ist das Lernen eines Wortes durch Abdecken erst der einen und dann der anderen Seite.

Aber diese Methode birgt viele Nachteile:
Wortgleichungen werden auswendig gelernt. Dabei wird sich lediglich ein Abrufmechanismus eingeprägt, nicht aber welches die passende Reaktion auf das Wort wäre, z. B. „Comment allez vous?“ Sollte eigentlich nicht nur „Wie geht es Ihnen?“ hervorrufen, sondern auch „Tres bien, et vous?“
Die zufällige Reihenfolge im Vokabelheft wird mitgelernt. Fällt einem das Wort nicht ein, erinnert man sich eventuell noch an die Stelle, an der es im Vokabelheft stand. Dieses mitgelernte Layout des Buches ist unnötiger Ballast und bringt einen in Sprechsituationen nicht weiter.
Die Wortgleichung wird isoliert gelernt – der Kontext wird nicht mitgelernt.
Man sieht beim Wiederholen nicht, welche Vokabeln bereits beherrscht werden und welche nicht. Man wiederholt überflüssigerweise das Gekonnte als auch das Nichtgekonnte.
Das Lernen durch ein Vokabelheft lässt es nicht zu, Wörter zu gruppieren, zu ordnen oder umzugestalten.

Eine Alternative zum Vokabelheft sind Ringbuch, Bilderwörterbuch und Kartei.


Hier noch ein Tipp:

Teilen Sie Ihren zu lernenden Wortschatz in kleine Lernhappen auf. Das Kurzzeitgedächtnis ist wie eine Pinnwand, auf der ungefähr sieben Merkzettel Platz haben. Wollen Sie ein achtes Blatt anpinnen, muss ein altes dafür verschwinden. Bevor Sie sich die nächste Portion vornehmen, sichern Sie das Gelernte durch Blitzwiederholungen. Versuche (nach Ebbinghaus) haben gezeigt, dass sich jeweils erste und letzte Elemente einer Gruppe besser merken lassen als die Zwischenelemente.
Aber Vorsicht: Teilen Sie die Vokabeln in zu kleine Gruppen ein, um mehr Ranggruppen-Vokabeln zu erhalten, verlieren die Wörter ihre Randstellung. Die Anzahl der Randelemente sollte ein Viertel bis ein Drittel des Wortschatzes nicht überschreiten.

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