Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen (GER)

Seit dem European Cultural Convention Treaty von 1954 gehört es zu den erklärten Zielen des Europarats, das Fremdsprachenlernen zu fördern und die Zusammenarbeit in diesem Bereich zu verbessern.
Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen (GER) wurde vom Europarat entwickelt, um die Vergleichbarkeit und gegenseitige Anerkennung von Sprachqualifikationen zu erleichtern. Außerdem stellt er eine gemeinsame Basis für die Erstellung von Lehrwerken, Lehrplänen etc. dar.
Der GER untergliedert die sprachliche Kompetenz in 6 verschiedene Niveaustufen: von A1 für elementaren, bis C2 für nahezu muttersprachlichen Sprachgebrauch. Für die jeweiligen Stufen wurden Deskriptoren, d.h. Beschreibungen der Standards, die zum Erreichen eines bestimmten Niveaus beherrscht werden müssen, formuliert. Seit September 2000 besteht eine englische Fassung, die das Goethe Institut übersetzte . Die Globaldeskriptoren der einzelnen Kompetenzstufen finden Sie auf der Homepage des Europarats (englische Fassung), des Goethe Instituts (deutsche Fassung) oder in folgender Tabelle: 

 

NiveaustufeBeschreibung

kompetente Sprachverwendung
C2Kann praktisch alles, was er/sie liest oder hört, mühelos verstehen. Kann Informationen aus verschiedenen schriftlichen und mündlichen Quellen zusammenfassen und dabei Begründungen und Erklärungen in einer zusammenhängenden Darstellung wiedergeben. Kann sich spontan, sehr flüssig und genau ausdrücken und auch bei komplexeren Sachverhalten feinere Bedeutungsnuancen deutlich machen.
C1Kann ein breites Spektrum anspruchsvoller, längerer Texte verstehen und auch implizite Bedeutungen erfassen. Kann sich spontan und fließend ausdrücken, ohne öfter deutlich erkennbar nach Worten suchen zu müssen. Kann die Sprache im gesellschaftlichen und beruflichen Leben oder in Ausbildung und Studium wirksam und flexibel gebrauchen. Kann sich klar, strukturiert und ausführlich zu komplexen Sachverhalten äußern und dabei verschiedene Mittel zur Textverknüpfung angemessen verwenden.

unabhängige Sprachverwendung
B2Kann die Hauptinhalte komplexer Texte zu konkreten und abstrakten Themen verstehen; versteht im eigenen Spezialgebiet auch Fachdiskussionen. Kann sich so spontan und fließend verständigen, dass ein normales Gespräch mit Muttersprachlern ohne grössere Anstrengung auf beiden Seiten gut möglich ist. Kann sich zu einem breiten Themenspektrum klar und detailliert ausdrücken, einen Standpunkt zu einer aktuellen Frage erläutern und die Vor- und Nachteile verschiedener Möglichkeiten angeben.
B1Kann die Hauptpunkte verstehen, wenn klare Standardsprache verwendet wird und wenn es um vertraute Dinge aus Arbeit, Schule, Freizeit usw. geht. Kann die meisten Situationen bewältigen, denen man auf Reisen im Sprachgebiet begegnet. Kann sich einfach und zusammenhängend über vertraute Themen und persönliche Interessengebiete äußern. Kann über Erfahrungen und Ereignisse berichten, Träume, Hoffnungen und Ziele beschreiben und zu Plänen und Ansichten kurze Begründungen oder Erklärungen geben.

elementare Sprachverwendung
A2Kann Sätze und häufig gebrauchte Ausdrücke verstehen, die mit Bereichen von ganz unmittelbarer Bedeutung zusammenhängen (z. B. Informationen zur Person und zur Familie, Einkaufen, Arbeit, nähere Umgebung). Kann sich in einfachen, routinemäßigen Situationen verständigen, in denen es um einen einfachen und direkten Austausch von Informationen über vertraute und geläufige Dinge geht. Kann mit einfachen Mitteln die eigene Herkunft und Ausbildung, die direkte Umgebung und Dinge im Zusammenhang mit unmittelbaren Bedürfnissen beschreiben.
A1Kann vertraute, alltägliche Ausdrücke und ganz einfache Sätze verstehen und verwenden, die auf die Befriedigung konkreter Bedürfnisse zielen. Kann sich und andere vorstellen und anderen Leuten Fragen zu ihrer Person stellen - z. B. wo sie wohnen, was für Leute sie kennen oder was für Dinge sie haben - und kann auf Fragen dieser Art Antwort geben. Kann sich auf einfache Art verständigen, wenn die Gesprächspartnerinnen oder Gesprächspartner langsam und deutlich sprechen und bereit sind zu helfen.

 

Ausführlichere Informationen über den Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen (GER) / Common European Framework of Reference (CEF) gibt es auf den folgenden Webseiten:
- www.coe.int (Europarat)
- www.goethe.de (Goethe Institut)
Ein eher kritischer Artikel von Glenn Fulcher, Professor an der University of Leicester, wurde im Education Guardian veröffentlicht. Den Artikel finden Sie hier, die Homepage Glenn Fulchers hier.

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