Zu alt zum Sprachen lernen?

Thorndike-Experiment
1928 haben Lernpsychologen folgendes Experiment durchgeführt:
Man gab verschiedenen Altersgruppen Unterricht in Esperanto (Plansprache, Kunstsprache, Welthilfssprache). Die Teilnehmer der Gruppen waren sorgfältig ausgewählt und getestet worden. Sie besaßen neben anderen Ähnlichkeitsmerkmalen alle den gleichen Intelligenzquotienten. Die Gruppe bis zu 19 Jahren erhielt doppelt soviel Unterricht wie die 20 bis 25 Jahre alten Lerner. Trotz der halben Stundenzahl schnitt die ältere Gruppe in einem Vergleichstest wesentlich erfolgreicher ab als die jugendliche Konkurrenz im besten Lernalter.

Vorteile der älteren Generation beim Lernen:
es gibt keinen biologisch bedingten Leistungsunterschied. Der Unterschied zur jugendlichen Konkurrenz ist sogar geringer als der Unterschied zwischen Erwachsenen gleichen Alters untereinander.
Erwachsene bringen mehr Lebenserfahrung mit als junge Menschen und können so leichter Verknüpfungen erstellen.
Erwachsene sind es gewohnt ihr Wissen durch Lesen anzueignen.
Interesse an der Sprache, höhere Konzentrationsfähigkeit, Zuverlässigkeit, Durchhaltevermögen
mehr Gelegenheit Sprache anzuwenden z. B. Urlaub, Sprachkurs (teilweise von Firma übernommen oder bezuschusst)
Kognitive Durchdringung des Lernstoffes, d. h. durch Gliedern und Strukturieren.

Zusammengefasst:
Erwachsene lernen nicht schlechter als Jugendliche, sie lernen anders. Mit dem Älterwerden lassen einige Fähigkeiten nach, andere bleiben erhalten, wieder andere verbessern sich stetig bis ins hohe Alter. Nimmt man alle Fähigkeiten zusammen, so bleibt die Intelligenz bis ins hohe Alter etwa konstant ( Huberman, 1975). Es ist also auf jeden Fall sinnvoll auch im höheren Alter noch eine Fremdsprache zu erlernen.

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